Historie | Reit- und Fahrverein Münchingen e.V.
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Historie


1930 - 2005

75 Jahre




Die Gründerjahre:


Nach der Viehzählung vom 2. Dezember 1929 wurden in Münchingen die meisten Pferde im einstigen Oberamt Leonberg gehalten. Darum wundert es nicht, dass genau in diese Zeit auch die Gründung des Reit- und Fahrvereins Münchingen e.V. fiel.


Die landwirtschaftliche Jugend sah im Reitsport eine schöne und willkommene Abwechslung. So traf man sich seit dem Jahr 1928 sonntags, bei guter Witterung und wenn es die Arbeit zuließ, auf den „Entenwiesen“ oder „im Leinfelder Täle“, um unter fachkundiger Anleitung von Theodor Hönes zu reiten. Zu dieser Zeit taten die Pferde alle tagsüber ihre Arbeit auf dem Feld.


Der erste öffentliche Auftritt war als erste ländliche Reitergruppe des einstigen Oberamts beim Leonberger Pferdemarkt am 10. Februar 1930. Dieser Tag kann somit wohl als das offizielle Gründungsdatum des Reit- und Fahrvereins Münchingen e.V. betrachtet werden.


In den folgenden Jahren nahm der Verein unter der Leitung von Theodor Hönes an den Pferdemärkten in Ludwigsburg sowie Leonberg sowie beim Staffelritt zum Bodensee und Festzügen und Reiterspielen teil.


Von 1933 bis zum Beginn des 2. Weltkrieges, als Reiter und Pferde zum Kriegsdienst eingezogen wurden, stellte Wilhelm Motz, ein altgedienter Ulan, sein Fachwissen und reiterliches Können in den Dienst des Vereins und leitete dessen Geschicke. 1934 konnte die Reitabteilung in Sindelfingen, 1935 in Bietigheim mit Erfolg teilnehmen. 1935 belegten die Münchinger Reiter in Reutlingen beim Springen die ersten vier Plätze.



Die Nachkriegszeit:


Das erste Turnier nach dem Kriege wurde 1948 in Ludwigsburg (Schloss Monrepos) ausgeschrieben. Zu Pferde und auf dem Kutschbock machte sich eine Gruppe Münchinger Reiter und Fahrer zu diesem Turnier auf, und da dies der schnellste Weg war, wurde kurzerhand die Autobahn benutzt.


Die Leitung des Vereins lag zu dieser Zeit in den Händen von Werner Hönes, Reitunterricht erteilte von 1948 bis 1955 Jakob Schüssler, ein ehemaliger Ulan, der später bei der Stadtpolizei in Stuttgart war. Geritten wurde meist auf dem alten Rübenplatz, beim Dorfgraben oder auf sonstigen Wiesen, da noch kein Reitplatz zur Verfügung stand.


1957 übernahm Adolf Schmalzridt die Leitung des Vereins; er, der den Verein mitbegründet und über 21 Jahre geführt hat, kann wohl als „der Förderer“ des Pferdesports in Münchingen bezeichnet werden. Einer großen Zahl unserer Reiter stellte er seine Pferde, von denen er viele selbst gezüchtet hatte, für die reiterliche Ausbildung zur Verfügung.

Auf seine Initiative hin wurden die Reitturniere in Münchingen eingeführt. In seiner Amtszeit wurden die Voraussetzungen für den Bau einer vereinseigenen Reitanlage geschaffen. Er ermöglichte es, dass der Reit- und Fahrverein Münchingen, als einer der ersten Vereine der Umgebung, ab 1961 in einer Reithalle trainieren konnte.

Im Jahr 1959 fand die erste Hubertusjagd in Münchingen statt.



Die turbulenten Sechziger und Siebziger Jahre:


Das Jahr 1960 stellte einen Meilenstein in der Geschichte des Vereins dar. Am 4. September wurde der 1. Reitertag auf dem Sportplatz neben der Turn- und Festhalle abgehalten. Dieses Reitturnier ist inzwischen zur Tradition geworden

In dieser Zeit übernahm Eugen Renz – ein ehemaliger Aktiver des Reiterregiments – die Reitausbildung.

In seine Wirkungszeit fielen die ersten großen sportlichen Erfolge der Münchinger Turnierreiter, so zum Beispiel 1964 der 3. Platz bei der Landesstandarte der Vielseitigkeitsreiter in Leonberg, sowie der 2. Platz und der 4. Platz bei der gleichen Prüfung 1966 und 1968 in Bad Cannstatt.


Ein besonderer Höhepunkt war unsere Fahnenweihe anlässlich des Turniers 1965, die unser aller Bürgermeister und Ehrenmitglied des Vereins Albert Buddenberg vollzog. In diesen Jahren hatte der Pferdebestand in ganz Deutschland seinen absoluten Tiefstand erreicht. Ein Grund – auch in unserer Region war der Großteil der Pferde in bäuerlichem Besitz. Als Arbeitstier wurden die Pferde in der Land- und Forstwirtschaft zunehmend von Traktoren und Mähdreschern verdrängt. Deshalb lautet die Inschrift auf unserem Banner

„Das Pferd muss bleiben“. Nur über den Sport bestand die Chance den Pferdebestand zu erhalten und wieder zu erhöhen. So steckten wir viel Arbeit in unsere Turniere und in die Ausbildung von Reiter und Pferd.

Immer eine Attraktion in diesen Zeiten waren unsere Gespannfahrer! Sie standen oft im Mittelpunkt bei Festumzügen und Turnieren. Sportlich am erfolgreichsten war Erich Hammann – in den Folgejahren auf Topniveau – so z.B.:

Deutsche Meisterschaft: 1979 - 3. Platz im Vierspänner und viele Siege und Platzierungen bei den Württembergischen Landesmeisterschaften im Ein, Zwei- und Vierspänner.

Jahre danach traten seine Tochter und sein Sohn in die Fußstapfen. Hansjörg machte Jahre später „von sich Reden“. Auch heute noch steht er mit seinem Gespann im Blickpunkt bei nationalen und internationalen Wettkämpfen.


Ab 1971 fanden die Reitturniere auf dem alten Sportplatz des TSV Münchingen statt, da steigende Teilnehmerzahlen den alten Platz „Auf den sieben Morgen“ zu klein werden ließen. Der großzügige Sportplatz mit seiner wundschönen Baumkulisse bot einen herrlichen Rahmen für unsere Turniere.


Im Mai 1974 beim Turnier in Schwieberdingen, wurden fünf von sechs Springprüfungen von Münchinger Reitern gewonnen werden konnten. Beim L-Springen, dem Hauptereignis des Turniers, gehörten die sieben Erstplatzierten dem RFV Münchingen an.


Seit 1974 wird das Hauptspringen unseres Reitturniers zum Andenken an den großen Freund und Gönner des Vereins, Hubertus Graf Leutrum von Ertingen, als „Graf-Leutrum-Gedächtnisspringen“ ausgeschrieben.


1979 wurde das langjährige Ausschussmitglied Karl Schmid, als Nachfolger von Adolf Schmalzridt, zum 1. Vorsitzenden gewählt. Bei der gleichen Hauptversammlung wurde beschlossen, auf dem Gelände der ehemaligen Kläranlage im „Schwieberdinger Tal“ eine vereinseigene Reithalle zu bauen.


Zu den langjährigen Reiterfolgen bei verschiedenen Wettbewerben des ländlichen Reitsports der Münchinger Reiter vor und nach dem 2. Weltkrieg gesellten sich zu den Erfolgen bei der Landesstandarte der Vielseitigkeitsreiter in den sechziger Jahren, neben vielen Siegen und Platzierungen auf den Reitturnieren, die Erfolge bei den seit 1976 durchgeführten Kreismeisterschaften des Sportkreises Ludwigsburg.



Die vereinseigene Reitanlage und die „Achtziger“:


Die zehnjährige „Amtszeit“ als Erster Vorstand von Karl Schmid war geprägt von seinem Einsatz für das wohl wichtigste Ereignis in der Vereinsgeschichte: dem Bau einer vereinseigenen Reitanlage! Unvorstellbares wurde wahr – auf dem Gelände der alten Kläranlage im Schwieberdinger Tal errichteten wir 1981 eine eigene Reithalle mit Außenplätzen.


Unser Mitglied und Architekt Heinz Gehring übernahm die Planung und Bauleitung der neuen Reitanlage. Heinz Gehring wie auch der Tragwerksplaner Friedrich Wolfart aus Korntal ließen ihre Arbeit dem Verein in anerkennenswerter Weise unentgeltlich zukommen.

Im Herbst 1980 konnte mit den Arbeiten begonnen und bereits am 22. Mai 1981 das Richtfest gefeiert werden.


Am 13. Dezember 1981 leitete unser Ehrenmitglied und Altreitlehrer Eugen Renz die erste Reitstunde in der neuen Reithalle. Doch noch einige Arbeit war notwendig, bis Walter Hönes, in Vertretung des erkrankten Karl Schmid, die Reithalle im Rahmen einer Einweihungsfeier offiziell ihrer Bestimmung übergeben konnte.


Fast 5.000 Arbeitsstunden der Mitglieder und auch unentgeltliche Unterstützung seitens der Korntal-Münchinger Handwerksbetriebe flossen in den Bau der Reitanlage ein. Zusätzlich zu den bereits oben genannten Persönlichkeiten des Reit- und Fahrvereins wurde, stellvertretend für alle Mitglieder und Helfer, die beim Reithallenbau mitgewirkt haben, im Rahmen der Einweihung Architekt Heinz Gehring und Bauleiter Manfred Reichert die Goldene Ehrennadel des Vereins verliehen.


1983 fand das erste Reitturnier auf unserem neu angelegten Turnierplatz im „Schwieberdinger Tal“ statt. Dazu konnte zusätzlich der Platz auf dem Regenrückhaltebecken am Schwieberdinger Weg von der Stadt als Dressurplatz gepachtet werden.


Im April 1987 wurde für die Senioren ein Reitertag ins Leben gerufen, bei dem sich die Senioren mit den Reiterkollegen der umliegenden Vereine in den Disziplinen Dressur und Springen messen konnten.

Zusätzlich wurde der Reitertag Jahre danach um Reitprüfungen für jugendliche Reiter erweitert.


Von 1988 bis 2000 wurde Anfang des Jahres auf Initiative der Familie Kast eine von den Pferdezüchtern gern besuchte Hengstschau in unserer Reithalle abgehalten, bei der Privathengsthalter ihre Deckhengste präsentierten.


Die Versammlung wählte 1989 Manfred Goll für das Amt des 1. Vorsitzenden.



Die neunziger Jahre:


Die neunziger Jahre waren geprägt durch eine Vielzahl von Aktivitäten – noch nie gab es so viele Reitstunden; für Kinder, Jugendliche, Aktive und Senioren. Der Boom begann damit, dass Kinder die Pferde nach der Seniorenstunde „Trockenreiten“ durften. Während die Senioren Sonntagmorgens nach absolvierter Reitstunde unter Gerd Grözinger ihr Viertele im Reiterstüble schlotzen, saßen die Kinder in der Reithalle auf deren Pferden – natürlich nicht ohne Aufsicht; hier bekamen sie die ersten Kommandos. Ein Teil unserer Jugendlichen, die sich danach der weiteren Ausbildung stellen, stammt aus dieser Gruppe. Die Grundausbildung und die Förderung stehen in der Jugendarbeit im Mittelpunkt. Diese Jahre waren der absolute Höhepunkt der Jugendarbeit; mit eigenem Schulpferd und unzähligen Pferdebesitzern die Ihre Pferde für die Jugendausbildung zur Verfügung stellten; sei es am Führzügel, an der Longe, im Voltigieren, im Gruppen- oder Einzelunterricht. Einige davon haben heute eigene Pferde und reiten erfolgreich auf Turnieren.


In diesen Jahren betreuten der Verein bis zu fünfzig Kinder und Jugendliche – für unseren kleinen Verein eine tolle Leistung – viele Ehrenamtliche waren als Ausbilder dabei, stellten teilweise Ausrüstung und eigene Pferde zur Verfügung. Unzählige Turniere in nah und fern wurden erfolgreich besucht. Interne Vereinsmeisterschaften wurden über Jahre hinweg ausgetragen und die Sieger geehrt. Auf unserer Anlage fanden Lehrgänge zur Vorbereitung auf das Reitabzeichen statt. Auch die entsprechenden Prüfungen mit Teilnehmern aus dem eigenen – und benachbarten Vereinen erfolgte auf unseren Reitplätzen.


Neben den vielen reiterlichen Aktivitäten war es auch die Zeit der Geselligkeit, der starken Präsenz bei Gemeindeveranstaltungen (Festzüge, Gemeindefeste). Außerdem wurden in diesen Jahren interessante Weihnachtsvorführungen mit wochenlangem Training und Darbietungen mit teilweise über fünfzig Kindern und Erwachsenen dargeboten. Kameradschaftsabende mit Tombola und Tanz waren wieder en vogue. Wir beteiligten uns an Stadtfesten mit eigenem Stand und Kutschfahrten. Am Turnierwochenende waren die Münchinger Aktiven in der Umgebung die ersten, die Live-Rock-Musik in die Reithalle holten und eine Cocktail-Bar aufbauten.


Einige der Mitglieder nahmen an Vierkämpfen und Military-Lehrgängen teil, man ging gemeinsam Skifahren und das Reiterstüble war stets zentraler Punkt für Geselligkeit, Geburtstags- Faschings- und Silvesterpartys aber auch für Schulungen und Lehrgänge. Bis zu achtzig Mitglieder und Freunde des Vereins waren dabei wenn es an Wochenenden bei „Spiel ohne Grenzen“ um reiterliches Geschick und ums Lösen kniffliger Fragen und Aufgaben ging.



Das neue Jahrtausend:


Im Jahr 2000 waren wir in Sydney! Natürlich nicht alle: Lone Jörgensen die seit 1991 in unserem Verein ist, betreut von Uli Eggers, war mit FBW Kennedy bei Olympia dabei! Nicht wie bei nationalen Turnieren für den Reit- und Fahrverein Münchingen, sondern für Dänemark startend, errang Sie mit der Mannschaft den 4 Rang; in der Einzelwertung belegte Sie Platz 7. Natürlich sind wir stolz auf sie und bei der Rückreise in den Heimatstall begleiteten wir Sie ab der Autobahnausfahrt mit einer großen Reiterabteilung. Vier Jahre später war Sie wieder bei Olympia dabei – in Athen – eine Erfolgsgeschichte, die wir mit Spannung verfolgt haben und die uns bis heute große Freude bereitet.


Manfred Goll stellte im Jahre 2002 nach 13 Jahren Verantwortung als 1. Vorstand sein Amt zur Verfügung. Während seiner Amtszeit brachte er es fertig den Generationenwechsel im Verein zu meistern. Als Bindeglied zwischen „Alt“ und „Jung“ verstand er es den Anforderungen beider Gruppierungen gerecht zu werden; ein sicherlich nicht immer leichter Balanceakt. Selbst als Springreiter noch aktiv und Turnierleiter der eigenen Turniere erlebte er die vielen sportlichen Erfolge der „jungen Generation“. Bei der Hauptversammlung wurde Jörg Schuler als sein Nachfolger zum ersten Vorsitzenden gewählt.


Für die Kinder und Jugendlichen wurden nach dem Turnierwochenende Zeltlager organisiert die bis heute Bestand haben.

Mehr als fünfzig Mitglieder waren dabei als einer der beiden Außenreitplätze in 2003 vergrößert und saniert wurde. Über fünftausend Platten wurden verlegt und ein komplett neuer Belag aufgetragen.


Um den Reitern (und den Zuschauern) optimalere Bedingungen zu schaffen, entschied man sich ab 2001 das Spring- und Dressurturnier in zwei Veranstaltungen zu trennen. Das Springturnier behielt seinen Platz, wie die Jahrzehnte zuvor, am zweiten Juliwochenende, ein separates Dressurturnier wurde zum Saisonschluss im Oktober etabliert.


Für die Jubiläumsfeierlichkeiten zum 75 jährigen Jubiläum in 2005 haben viele hilfreiche Hände des Vereins die Reithalle und die Außenplätze in vielen Arbeitsstunden „auf Vordermann“ gebracht. Die Anlage präsentierte sich rechtzeitig zum Jubiläum in einem prächtigen Zustand. Die Jubiläumsfeier mit großem Schauprogramm beendeten wir mit dem Großen Zapfenstreich.

Im Jubiläumsjahr hatte unser Verein 235 Mitglieder, hiervon 133 aktive Reiter und Reiterinnen; davon waren 51 Mitglieder jünger als 21 Jahre.


2007 feiern wir das 25 jährige Bestehen der eigenen Reithalle; im 77sten Jahr der Vereinsgeschichte richten wir das 48. Reitturnier ohne Unterbrechung aus. Im Juli ein Spring- und im September das Dressurturnier.


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